NO RISK, NO FUN | Wann wurde aus Spaß Angst?

Lex Tyler, "No Risk, No Fun". © 2017, Melanie Asböck

Ich verrate euch jetzt mal ein kleines Geheimnis: Ich bin ein totaler Control-Freak! Locker sein, fällt mir komplett schwer – ich hab schon fast Angst davor. Das geht soweit, dass ich mir inzwischen ein paar richtige Macken antrainiert habe. (Keine Frage, so mancher Psycho-Doc könnte sich an mir ein goldenes Näschen verdienen.). Vor dem Verlassen meiner Wohnung habe ich mir bereits eine kleine Routine angewöhnt: Das fängt an damit, dass ich erst kontrolliere, ob meine Geldtasche, mein Handy und mein Schlüssel eingepackt ist. Soweit, so normal. Anschließend gehe ich durch die Wohnung und ertappe ich mich dabei, wie ich die Zimmer– leicht neurotisch – mit meinen Augen scanne: Bügeleisen abgesteckt, alle Fenster geschlossen, Herd abgedreht… ich gehe erst, nachdem hinter jedem Punkt meiner innerlichen Checkliste ein Hackerl steht.

Wenn meine Freunde hier mitlesen: Tun wir mal so, als ist das einer der Gründe, weshalb ich mich so oft verspäte… (…und wenn wir schon beim Thema sind, natürlich ist auch das pausenlose Herumgezupfe an meinen Haaren kein Styling-Trend, sondern ein kleiner Tick von mir haha) …ich wette ein paar meiner kleinen Marotten kennt der eine oder die andere von euch aus eigener Erfahrung.

Lex Tyler © Melanie Asböck | Melusina

Bills, Bills, Bills…

Auch sonst habe ich mir ein paar penible Angewohnheiten. Zum Beispiel hebe ich unnötige Rechnungen auf…. und da spreche ich jetzt nicht von denen für die Steuererklärung. Aber bei größeren Anschaffungen oder teureren Späßen, wird die Quittung über viele Jahre brav in einem Ordner abgelegt – man weiß ja schließlich nie, oder? Schwachsinn! Ich habe keine dieser Rechnungen je gebraucht und sollte es wirklich mal vorgekommen sein, dass es wichtig gewesen wäre, eine zu haben, war sie bestimmt längst im perfekt geordneten Chaos verloren gegangen. Bevor ich allerdings zum Messi mutiere, will ich mich selbst beim Kragen packen: Schluss damit!

Ich sitze momentan an meinem Schreibtisch und tippe diese Zeilen ab. Rechts neben mir befindet sich die Lade mit dem Rechnungsordner. Wisst ihr was? Das wird jetzt sofort von mir weggeschmissen. Sekunde……

So, und während ich das eben gemacht habe, sind mir am Weg zum Mistkübel noch 5 weitere Dinge ins Auge gesprungen, die ein passenderes Leben in der Mülltonne hätten. Dabei fällt mir auf, dass es sich sehr befreiend anfühlt, Dinge loszulassen. Denn während ich meine Wohnung ausmiste, schaffe ich gleichzeitig Ordnung in meinen Kopf. Es war ganz offensichtlich höchste Zeit für einen Frühjahrsputz in dem man gleichzeitig persönlichen Ballast abwirft! Was hab ich denn zu verlieren? Kontrolliere ich tatsächlich mein Leben, oder lege ich mir dadurch nicht eher Fesseln an?

Lex Tyler © Melanie Asböck | Melusina

„Was könnten andere von mir denken?“

Auch bei meinen alltäglichen Entscheidungen ging ich bis jetzt gern auf Nummer sicher. Trotz ausgefallener Schnitte und Einzelstücke, sticht in meinem Kleiderschrank vor allem eine Sache heraus: Es ist fast alles schwarz/weiß gehalten! Farben waren bis jetzt ein ziemliches No-Go und auch sonst gehört das Herausstechen aus der Masse und Auffallen auf der Straße eigentlich nicht zu meinen vorwiegenden Absichten. Aber warum verstecken? Ist es das wirklich wert, sich ständig im eigenen Schneckenhaus zu verkriechen? Mir hat mal eine Freundin gesagt, sie findet, durch Mode kehrt man das Innere, nach außen. Will ich wirklich, dass meine Persönlichkeit so farblos repräsentiert wird? Auch wenn es ungewohnt ist – ein paar Farbkleckse werden meinem Leben sicher nicht schaden.

Das Spiel gegen die Angst: Kitzeln wir unsere Nerven

Natürlich gibt es Situationen, die man ordentlich durchdenken, und in denen man die eigene Sicherheit in Vordergrund stellen sollte. Im Auto den Gurt, im Bett ein Kondom anlegen, beim Bungeejumping nicht ohne Seil springen… Aber oft mache ich mir in Situationen zu viele Gedanken und verbaue mir dabei unnötig die Möglichkeit, Spaß zu haben. Zum Beispiel ist es doch komplett egal, ob mich im Club jemand für meinen Tanzstil verurteilen könnte. Halten einen fremde Augen wirklich davon ab, zu tanzen, schreien und laut zu unseren Lieblingssongs mitzusingen? Schaffen wir es tatsächlich nur betrunken unsere Leine zu lockern und uns ein wenig Freiheit zu gönnen? Die Antwort darauf sollte lauten: Bestimmt nicht! Das geht auch komplett nüchtern und ganz ohne schlechtem Gewissen!

Lex Tyler © Melanie Asböck | Melusina

Von mir aus, holt die Handys raus und filmt mich in Zukunft beim Abgehen. Teilt das Video auf Facebook, Instagram, Snapchat und jeder anderen Plattform und schreibt dazu: Dieser Junge hat Spaß. Spread the Word und sorgt von mir aus dafür, dass die ganze Welt es sieht! Wir beugen uns so vielen innerlichen Konflikten, dass wir dabei komplett vergessen, dass man nicht alles so furchtbar ernst nehmen muss. Gleichzeitig bin ich mir sicher, dass ich mir durch meine selbst erteilten Regeln, lauter unnötige Ängste einprogrammiere, für die ich in meinem Leben einfach keinen Platz mehr habe. Ich sage lieber: Tschüss Angst, hallo Freiheit! Fun welcome!

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13 Replies to “NO RISK, NO FUN | Wann wurde aus Spaß Angst?”

  1. ja!!! finde du hast recht. Man sollt sich echt mehr trauen und nicht alles überdenken!
    sehr gut geschrieben! mag deine texte sehr gerne.

  2. Ich freu mich schon wenn wir dann gemeinsam „verrückt“ sein können. Finde es sehr gut das dieses Thema mal angesprochen wird. Find wenn alle mal aufhören würden Angst zu haben was andere von einem denken, würde so manches im Leben viel mehr Spaß machen und man würde durch eine viel offenere Welt gehen!❤️

  3. Hallo Lex,

    ich möchte kurz loswerden, dass mir dein Fotostil sehr gefällt – Farbe passt da gut ins Konzept 😉

    xx,
    Jasmin

  4. Das ist so witzig – ich bin das komplette Gegenteil! Ich renne immer hektisch zu Tür raus (okay, auch weil ich immer extrem zu spät komme) und vergesse die Hälfte. Den Gasherd habe ich einmal tagelang angelassen (Leute hätten sterben können 😀 ) und was Outfits angeht, trage ich meistens auch sehr dick auf.

    Und PS: Du musst in Clubs gehen mit Handyverbot, dann ist eh alles egal 🙂

  5. Sehr spannender Post! Ich muss zugeben, dass ich wenig Ängste habe, aber einige Macken hat jeder. Ich bin zB eine Meisterin darin, mich selbst vollkommen unnötig unter Druck zu setzen und mich dann selber runter zu machen, dass ich mit meiner Arbeit nicht zufrieden bin. Vollkommen bescheuert, aber so hat jeder eben seine Laster. 😉

    Liebe Grüße
    Sara | missesviolet

  6. Danke für den witzigen Beitrag. Ich bin ein klein wenig wie Du und auch ein kleiner Kontrollfreak, nur dass ich meine Rechnungen und Quittungen nicht fein säuberlich in Ordner ablege, sondern sie stapeln sich in einem Ablagekorb und das seit Jahren.
    Liebe Grüße
    Anja von Castlemaker.de

  7. Ich bin beim Filmen dabei und natürlich beim Veröffentlichen! Nein Scherz! 😉 jeder hat Ticks, bei uns liegt das bestimmt in der Familie und doch sind diese unterschiedlich und manchmal auf eine gewisse Art zwar nervig, jedoch auch liebenswert 🙂

  8. I feel you! Ich bin auch ein richtiger Kontroll-Freak und mache mir über alles zu viele Gedanken anstatt einfach mal zu machen. Du hast so recht, das sollte man einfach mal ablegen… aber das ist gar nicht mal so einfach 🙂

    Liebste Grüße
    Jil

  9. Ein richtig toller Post und ein schönes Thema.
    Ich habe auch so einige Ängste. Aber du hast so recht, man sollte sich mehr trauen.
    Wobei das nicht immer so einfach ist. Aber man lebt nur einmal und sollte es nicht von der Angst bestimmen lassen.
    Liebe Grüße Michelle von beautifulfairy

  10. I feel you! Ich bin auch so ein kleiner Kontrollfreak.

  11. Ich mag die Art deiner Beiträge und die Art wie du schreibst. Du bist ehrlich. Wir sind doch alle in irgendeiner Hinsicht ein bisschen verschroben und das ist auch gut so. 🙂

    Liebst,
    Any | Echo Of Magic

  12. Ein sehr spannender Post. Ich bin da ziemlich ähnlich muss ich gestehen…
    Aber finde es toll das du so offen dazu stehst.
    Liebe Grüsse
    http://www.swisstwins.ch/

  13. Ich erkenne mich in einigen Situationen wieder. Auch ich hebe ein paar alte Rechnungen auf. Warum eigentlich? Ja, es ist manchmal sehr befreiend, Dinge los zulassen. Vielleicht sollte ich auch mehr wegschmeißen. Toller Text. Alles Liebe Marie

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