DATE MIT DER SONNE | Allein aber nicht einsam!

Lex Tyler © Melanie Asböck | Melusina

Ich habe es getan. Um ehrlich zu sein, in letzter Zeit tue ich es sogar immer öfter. Dabei war es, als ich jünger war, das Schlimmste das ich mir vorstellen konnte. Die Rede ist davon, etwas allein zu unternehmen.

Lex Tyler © 2017, Melanie Asböck | Melusina

Mir war es immer furchtbar unangenehm auch nur 10 Minuten allein in einem Café zu sitzen, wenn ich auf jemanden gewartet habe. Bis vor einem Jahr habe ich lieber vor als im Lokal gewartet, damit ja keiner denkt ich wäre „uncool“. Diese Hürde habe ich bereits überwunden und mittlerweile traue ich mich tatsächlich auch mal alleine irgendwo essen zu gehen. Wie jemand alleine ins Kino gehen kann, war mir ebenfalls immer komplett unbegreiflich – aber da muss ich gestehen, hab ich es bis jetzt auch noch nicht drüber geschafft – der Gedanke daran ist mir allerdings inzwischen auch schon weniger fremd.

Lex Tyler © Melanie Asböck | Melusina

Forever Alone?

„Hat der keine FreundInnen?“ Sicherlich denken sich einige meiner LeserInnen, warum man denn alleine wohin gehen soll, wenn man doch Gesellschaft haben kann? Genauso habe ich auch lange gedacht. Aber je älter ich werde, umso mehr genieße ich auch gern mal die Ruhe und das „Für-mich-sein“. Außerdem finde ich, sollte man es in einem gewissen Alter auch mal schaffen können, sich selbst überlassen zu sein. Es gibt so viele Menschen die ständig denken, sie sind nur „ganz“ wenn sie mit einem Partner oder mit ihren Freunden zusammen sind. Doch ihr seid keine „Hälfte“ und es ist absolut nichts Verwerfliches dabei, sich selbst auch ein guter Freund/eine gute Freundin zu sein und auch ohne jemanden etwas mit sich und seiner Zeit anfangen zu können.

Lex Tyler © 2017, Melanie Asböck | Melusina

Die Welt auf lautlos

Letztens hatte ich wieder ein wenig freie Zeit zur Verfügung und keiner meiner Freunde war erreichbar. Dann probierte ich etwas, was mir manchmal beinahe unmöglich scheint: Ich verließ meine Wohnung, um einfach spazieren zu gehen – und das OHNE Handy. Ich finde es schade, durch dieses ständige auf einen Screen schauen, zu einer Art Zombie zu mutieren und dabei gar nicht mehr wahrzunehmen, was um mich passiert. Man lebt bereits so in seinem Display, dass man schon komplett überfordert ist, sobald einem mal der Akku ausgeht oder es gerade keine Nachricht zu lesen gibt. Und jetzt mal ehrlich, wann hast du dich das letzte Mal wirklich bewusst in die Natur gestellt, einmal durchgeatmet und dir gedacht „Eigentlich ist das alles wirklich schön!“. Schon länger her, stimmt’s?

Lex Tyler © Melanie Asböck | Melusina

Meine Romanze mit der Sonne

Apropos Natur, ich weiß nicht wie ihr da seid, aber ich gehöre absolut nicht zu den Wintermenschen. Sobald es ein wenig kälter oder grauer wird, senkt sich auch meine Stimmung. Gerade jetzt, zu den wärmeren Jahreszeiten und sommerlichen Tagen, habe ich das alleine sein noch mehr für mich entdeckt. Ein gutes Buch, eine Flasche Wasser und ein Plätzchen im Grünen. Für die nächsten zwei Stunden habe ich einen wichtigen Termin mit mir selbst und biete dabei meinen Körper der Sonne an. Diesen Sommer habe ich mir vorgenommen, das Wetter mehr zu nutzen und im Hinterkopf zu behalten, dass es bald wieder kälter sein könnte, damit ich ja nicht zu viel zuhause herumsitze. In den letzten Jahren habe ich es immer von meinen Freunden abhängig gemacht, ob ich etwas vom Tag habe oder nicht. Kaum hatte keiner Zeit, habe ich mich zuhause verwanzt und den Tag an mir vorbei ziehen lassen. Aber warum nicht allein die Welt erkunden? Wieder ein neuer Punkt auf meiner To-Do Liste: Sommer auskosten. Komme was wolle, ich hab ein heißes Date mit der Sonne. Und eines ist ebenfalls klar – diesen Herbst, werden nicht nur die Blätter braun sein 😉

Um die schönen Tage noch mehr zu genießen, gibt es wieder eine passende Spotify-Playlist für euch:

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Photos:

© Melanie Asböck | Melusina
Website: www.melusina.at
Instagram: @melanie.asboeck

7 Replies to “DATE MIT DER SONNE | Allein aber nicht einsam!”

  1. Ich muss sagen ich hab auch seit langem eine Vorliebe für alleine ins Kino gehen entwickelt. Denn das lustige ist das man dadurch auch wirklich was vom Film mitnimmt… Vorwiegend bei Artfilmen oder Indipendentproduktionen, weil sind wir ganz ehrlich Blockbuster machen nur zu mehrt Spaß 😁

  2. Du hast etwas Bewundernswertes gelernt, finde ich; und etwas, das ich mir auch gerade anzueignen versuche.
    Wichtig ist wohl nur, dass man dabei nicht vergisst, *warum* Alleinsein nicht immer schön, nicht immer das „Richtige“ ist.
    Und auch nicht, dass es – mit bestimmten Menschen – möglich ist, zuzweit allein zu sein. (;
    Top Blog. 10 von 10 Effy-Fans würden weiterlesen. (Und werden.)

  3. Stimmt alleine sein muss gelernt sein, bin ich auch noch im Lernprozess, aber ich bin guter Dinge das Abschalten und für sich zu sein bald verinnerlicht zu haben, um auch mal das Allein sein zu genießen!

  4. Wunderbare Worte. Lass uns hoffen, dass diesen Herbst NUR die Blätter braun sind …

  5. Schöner Beitrag! Mir war es früher auch immer unangenehm, alleine etwas zu unternehmen, vor allem ins Kaffeehaus gehen. Mittlerweile genieße ich das aber richtig 😉

    Deine Playlist finde ich ziemlich cool. Ohne Jack Johnson gibt es für mich keinen richtigen Sommer und Sheryl Crow und Coldplay machen auch richtig gute Laune 🙂

    LG, Tina

  6. Mittlerweile gehe ich lieber allein ins Kino als mit der falschen Person. Ich hab nämlich festgestellt, dass ich so viel mehr vom Inhalt mitnehme. Wenn ich einen Film wirklich unbedingt sehen möchte, dann gehe ich allein. Bei ‚joah kann man sich vllt mal anschauen‘-Filmen ist Gesellschaft dann okay, aber nicht zwangsläufig notwendig.

  7. Das ist ein Thema über das ich auch mal schreiben wollte.
    Ich bin schon sehr lange in einer festen Beziehung und ich finde es sehr wichtig, sich selbst nicht aus dem Blick zu verlieren, fürsorglich mit sich selbst umzugehen und eigene Hobbys und Freundschaften zu pflegen.
    Das war nicht immer so.
    Ich habe zu wenig auf mich geachtet, mich zu wenig abgegrenzt und abhängig gemacht.
    Man weiß nie was im Leben passiert und es festigt ungemein, Dinge allein zu erleben.
    Das erste Mal nahm ich diese Hürde, als ich allein im Reisebus von Italien nach Deutschland saß.
    Im Gepäck hatte ich die Unsicherheit.
    Und als ich in Deutschland ankam, war ich unglaublich zufrieden.
    Für manch anderen ist das vielleicht nichts Großes oder Besonderes, für mich aber schon, denn ich hatte mich einer meiner Ängste gestellt und sie überwunden.
    Ich weiß noch wie es war, alleine in vier Teile der „Twilight“ – Reihe ins Kino zu gehen.
    Ich konnte niemand dazu überreden mich dazu begleiten und am Ende habe ich es richtig genossen, alleine zu sein und konnte mich richtig fallen lassen.
    Früher habe ich mich oft mit einer Freundin in der Nachbarstadt getroffen.
    Die Freundschaft zerbrach.
    Seitdem fahre ich ab und zu mal alleine hin, gehe shoppen, in den Park und setze mich allein zum Inder ins Lokal.
    Es kostet Überwindung alleine essen zu gehen.
    Was denken die Leute über mich?
    Sie ist so dick, findet sie keinen Partner, der mit ihr Essen geht?
    Hat sie keine Freunde, Familie?
    Sehr heilsam war es auch, Volkshochschulkurse zu Themen zu besuchen, die mich interessieren.
    Ich bin ein offener, kontaktfreudiger Mensch und finde schnell Anschluss.
    Meine neueste Hürde ist meine neue Stelle.
    Ich arbeite als Erzieherin und wechsle nach sechs Jahren in einen anderen Kindergarten.
    Neue Kolleginnen und Kollegen, neue Regeln, neue Umgebung.
    Wer sind die? Wie ticken sie? Werden sie mich mögen? Harmonieren wir miteinander?
    Heute hatten wir einen gemeinsamen Tag zur Teampflege.
    Früher undenkbar, doch dieses Mal habe ich einfach nachgefragt, ob ich dabei sein darf, um das Team kennen zu lernen.
    Das hat schon Überwindung gekostet, mit mehr als zehn fremden Menschen einen Cajon-Kurs zu machen, ein Bild zu gestalten, Essen zu gehen und im Mittelpunkt zu stehen, wenn man etwas sagen muss.
    Mein Beruf hat mir in meiner Persönlichkeitsentwicklung ungemein geholfen.
    Früher wollte ich nicht mal den Telefonhörer in die Hand nehmen, um mit Fremden zu telefonieren (Ämter etc.).
    Heute rede ich auf Elternabenden vor vielen Eltern oder mache Aktivitäten mit ihnen.
    Ich bin auch viel zu viel im Außen – Facebook, Google, Blogs, Pinterest,, WhatsApp – da verliert man schnell den Blick für die kleinen Dinge, die Achtsamkeit für den Moment.
    Immer schneller, immer mehr, nie im Augenblick.
    Neulich habe ich mit den Kindern, die drängelten, weil sie unbedingt aufs Erdbeerfeld zum Erdbeeren pflücken wollten eine Übung gemacht.
    Ich sagte: “ Schließt eure Augen. Riecht den Geruch der Erdbeeren in der Luft. Spürt den Wind, der um eure Augen weht und die Sonne“.
    Das hat mir auch geholfen, für einen kurzen Moment einfach nur zu sein.

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